Hardheim I

Über Horde

Reinulf Katzenmaier

Jedes Jahr, eine Woche nach Pfingsten, beginnt die Wallfahrt ‚"Zum Heiligen Blut" in Walldürn und dauert 4 Wochen. In dieser Zeit besuchen ca. 150.000 Pilger die Wallfahrtsbasilika, um das Blutcorporale zu verehren und um für ihr Seelenheil Geld zu spenden. Von Köln und von Fulda/Eichsfeld kommen sie sogar zu Fuß gewallfahrt. Die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" von Walldürn geht auf ein Geschehen zurück, das sich im Jahre 1330 ereignete: Ein Priester namens Heinrich Otto stieß während der heiligen Messe versehentlich den Altarkelch um. Der bereits konsekrierte Wein ergoss sich auf das darunter liegende Korporale und es zeichnete sich das Bild des Gekreuzigten, umgeben von elf Christusköpfe ab.Heinrich Otto versteckte voll Schrecken das Leinentüchlein unter der Altarplatte und erst auf dem Sterbebett gestand er das Geheimnis des "Blutigen Korporales". Der Papst in Rom hat dieses Ereignis als Wunder anerkannt. Schnell haben die Walldürner auch ihre wirtschaftlichen Interessen an der Wallfahrt entdeckt und einen Wallfahrtsmakt auf dem Schlossplatz mit aufgebauten Verkaufsständen ins Leben gerufen und die örtliche Gastronomie ausgebaut. Auf dem Wallfahrtsmarkt werden typische Devotionalien angeboten, wie Rosenkränze, Kerzen, Gebetbücher, Heiligenbilder und Kruzifixe aus echtem hartem Eichenholz. Natürlich auch das Walldürner Wallfahrtsgebäck, Schießerli (Anisgebäck) und Magenbrot. Früher gab es auch noch die Nonnen-Fürzli. Für die Walldürner BMW-Werke (Bäcker, Metzger, Wirt) war in der Vergangenheit, als die meisten Pilger noch zu Fuß oder mit den Pferdefuhrwerken ankamen und übernachten mussten, Erntezeit. Heute ist dieser Geschäftsumfang für die Gastronomie überschaubar, da die meisten Pilger mit dem Bus anreisen und nach dem Gottesdienst viele wieder Walldürn verlassen. Die gute alte Zeit ist für das Gastgewerbe vorbei.

Die Wallfahrt ‚"Zum Heiligen Blut" in Walldürn
von Manfred Kuhn Walldürn