Hettingen I

Wenn de Sack kommt

Karl Mackert

"Wenn der Sack kommt, kommt‚ ös Geld!"Vom Buchener Schweinemarkt. Bis in die 1960-70 er Jahre hat fast jeder Hettinger Haushalt Schweine großgezogen. Meistens wurden zwei Schweine gehalten, am besten von einem Wurf. Auf diese Weise sind sie miteinander besser gediehen, haben besser gefressen und verhielten sich insgesamt viel ruhiger. Die Hettinger haben schon immer ihre Schweine auf dem Buchener Schweinemarkt gekauft. Der fand jeden Monat, an einem Montag in der Buchener Kellereistraße statt. Vom Steinernen Bau bis nach hinten zum ‚"Grünen Baum" hatten die Bauern aus dem Odenwald ihre großen Weidenkörbe stehen. Da haben sie miteinander gehandelt, und die Mark wurde da ein paar Mal aufgeteilt. Am Ende gab man sich die Hand und schlug ein.Ein solcher Hettinger war einmal auf dem ‚"Schweinemarkt". Er war ein wenig großspurig und hatte bei solchen Gelegenheiten ‚"gesprochen", was heißt, er versuchte sich in hochdeutsch. Als er nach langem Hin und Her mit dem Bauer über den Kopfpreis einig war, lieh er sich vom Bauer einen Sack, weil er selber keinen dabei hatte. Er hatte aber auch kein Geld mit sich, weshalb er zum Bauer sagte: ‚"Wenn der Sack kommt, kommt‚Äôs Geld". Es war mittlerweile schon Anfang Herbst, so um die Zeit des Schützenmarkts, als der Bauer den ‚"Ferkelkäufer" vom Januar zufällig traf. Der erinnerte ihn an sein Wort. Darauf fragte dieser ihn energisch zurück: ‚"Was hatte ich gesagt: Wenn der Sack kommt, kommt‚Äòs Geld. Habe ich vielleicht den Sack gebracht?" Der Bauer vereinte dies. Daraufhin kam wie aus der Pistole geschossen die Beteuerung, dass er nach wie vor zu seinem Wort stehe. ‚"Wenn der Sack kommt, kommt‚ ös Geld". - Bloß, wann der Sack gekommen ist, weiß bis heute kein Mensch.